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Das Jugendamt informiert zur Corona-Krise

Das Kreisjugendamt informiert angesichts der Coronavirus-Pandemie zum gemeinsamen Sorgerecht und sensibilisiert zum Kinderschutz.

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie gingen im Kreisjugendamt Sonneberg vermehrt Anfragen getrennt lebender Erziehungsberechtigter ein, die ein gemeinsames Sorgerecht für ihr Kind haben. Die vordergründige Frage lautet, ob das Kind trotz der weitreichenden Kontaktverbote nach wie vor in beiden Haushalten leben darf.

 

Das Kreisjugendamt kann diese Frage im Fall eines gemeinsam vorliegenden Sorgerechts bejahen, sofern die Sorgeberechtigten bzw. das Kind nicht unter häuslicher Quarantäne stehen. Auch die Begleitung von Kindern – sprich das Abholen oder Bringen zum jeweiligen Elternteil – ist im Rahmen der Wahrnehmung des Sorgerechts nach den derzeit geltenden Bestimmungen erlaubt. Eltern dürfen ihre minderjährigen Kinder in der Öffentlichkeit auch gemeinsam begleiten, zum Beispiel zu Terminen.

 

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht verweist angesichts der Coronavirus-Pandemie darauf, dass die Verordnungen und Allgemeinverfügungen der Länder einer Wahrnehmung der Umgangskontakte von getrennt lebenden Sorgeberechtigten zu ihren Kindern grundsätzlich nicht entgegenstehen. Steht der umgangsberechtigte Elternteil oder das Kind selbst unter vom Gesundheitsamt angeordneter häuslicher Quarantäne, scheidet ein Umgangskontakt jedoch grundsätzlich aus.

 

Weitere Fragen zu diesem Thema werden vom Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht auf seiner Internetseite https://www.dijuf.de/Coronavirus-FAQ.html ausführlich beantwortet.

 

Sollten diesbezüglich weitere Fragen bestehen, können sich betroffene Erziehungsberechtigte an das Kreisjugendamt wenden (Telefon 03675 / 871 212 oder per E-Mail an jugendamt@lkson.de).

 

Kinderschutz und häusliche Gewalt

Ein weiteres Thema, auf welches das Kreisjugendamt verstärkt aufmerksam machen möchte, ist das steigende Risiko von häuslicher Gewalt gegenüber Kindern und Jugendlichen. Aufgrund der Kontaktverbote und Ausgangsbeschränkungen, den geschlossenen Kindergärten und Schulen sowie parallel bestehendem Home Office, Kurzarbeit und zunehmenden Sorgen um die Gesundheit oder den Arbeitsplatz stehen viele  Familien unter hohen psychischen Belastungen.

 

Es besteht die Gefahr, dass dieser zunehmende Druck in den Familienhaushalten zu einem erhöhten Gewaltpotential führen kann. In der Corona-Krise ist deshalb mit einem Anstieg häuslicher Gewalt zu rechnen, der insbesondere Kinder und Jugendliche ausgesetzt sind.

 

Das Kreisjugendamt appelliert daher an alle Familien, besonnen und friedlich zu bleiben. Der zunehmende Stress darf nicht zu Gewalt untereinander führen.

 

Sollten Kinder oder Jugendliche beschimpft oder geschlagen werden, sich einsam fühlen oder sonstige Probleme häuslicher Gewalt haben, stehen folgende Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Verfügung:

 

•          Kinder- und Jugendschutzdienst „Tauzeit“: Tel. 03675 / 426496

•          Erziehungs-, Ehe-, Familien- & Lebensberatung: Tel. 03675 / 422110

•          Kinder- und Jugend-Sorgentelefon: Tel. 0800 008 008 0

•          NummerGEGENKummer: Tel. 116111

•          Jugendamt Sonneberg: Tel. 03675 / 871 212

 

 

Wenn sich Mütter oder Väter Sorgen um ihr Kind machen, sich überfordert oder manchmal sogar hilflos fühlen, ist ein Elterntelefon für sie da:

 

•          Elterntelefon: 0800 111 0 550

„Kinderschutz geht uns alle an! Gerade in diesen Zeiten dürfen wir nicht wegschauen. Die höchst angespannte Corona-Krise darf kein Vorwand für Gewalt gegenüber den Schwächsten unserer Gesellschaft sein. Scheuen Sie daher nicht davor zurück, bei aufkommenden Problemen die eingerichteten Infotelefone anzurufen“, ermuntert Jürgen Köpper, 1. Beigeordneter und Leiter des Krisenstabes.