Ehrenmedaille des Landkreises siebenfach verliehen


Lore Mikolajczyk (2.v.l.), Renate Luthardt (3.v.l.), Henry Schwarzer (3.v.r.) und Franz Leipold (2.v.r.) wurden zur letzten Kreistagssitzung des Jahres aufgrund ihrer hohen Verdienste mit der Ehrenmedaille des Landkreises Sonneberg geehrt. Die Gratulationen übernahmen der hauptamtliche Beigeordnete, Jürgen Köpper (r.), und der ehrenamtliche Kreisbeigeordnete, Christian Tanzmeier (l.). Die drei weiteren Geehrten – Günther Zimny, Karl Stein und Andreas Girbardt – waren leider verhindert und mussten sich entschuldigen. Der Landkreis Sonneberg wird ihnen ihre Ehrenmedaille, die Urkunde und das Präsent daher gerne nachreichen.

Traditionell wurden während der letzten Kreistagssitzung des zu Ende gehenden Jahres am 7. Dezember verdiente Bürgerinnen und Bürger für ihr herausragendes Engagement gewürdigt. Diese höchste Anerkennung auf Kreisebene wurde diesmal auf Beschluss des Kreisausschusses an Renate Luthardt, Lore Mikolajczyk, Franz Leipold, Günther Zimny, Karl Stein, Henry Schwarzer und Andreas Girbardt verliehen. Wie der stellvertretende Landrat Jürgen Köpper betonte, „gebührt allen Geehrten der außerordentliche Dank und die große Anerkennung unseres Heimatlandkreises für ihr langjähriges Engagement zum Wohle der Allgemeinheit“.

Nachfolgend die Ehrungen im Einzelnen:

Renate Luthardt aus Mengersgereuth-Hämmern

Als heimatverbundene Frohnaturen mit Liebe zum Naturwerkstoff Holz kann man Dialektautor Gustav Luthardt und seine Frau Renate bezeichnen. Unverwechselbar sind auch ihre Perücken aus Holzlocken, mit denen sie thüringenweit ihren wunderbar urigen fränkischen Dialekt zum Besten geben. Im fränkischen Teil Thüringens, genau gesagt im idyllischen Frankenblick ist das Ehepaar beheimatet.

Auf Hoffesten, Museums- und Heimatabenden und weiteren unzähligen kulturellen Veranstaltungen in Thüringen und weit darüber hinaus sind die beiden Sympathieträger sehr gern gesehene Gäste und ihr Mitmach-Stand ist stets ein Publikumsmagnet. Auch in den Schulen und Kindergärten im Sonneberger Land sind die beiden kreativen Köpfe gern gesehene Gäste. Die Weitergabe und der Erhalt des „itzgründischen Dialektes“, des Schnitzerhandwerks und so manch leckerem fränkischem Gerichtes sind dem Ehepaar eine Herzensangelegenheit.

Seit 1980 ist Gustav Luthardt im Arbeitskreis Mundart Südthüringen engagiert und in seiner Schreibstube sind schon viele Geschichten, Gedichte und Liedtexte in Mundart entstanden und veröffentlicht worden. Sie sind geprägt vom täglichen Leben, gespickt mit viel Humor und beliebt bei Alt und Jung. Renate und Gustav Luthardt sind eine Einheit. Für sie ist Brauchtumspflege und die Weitergabe von Tradition an die nachfolgende Generation Normalität. Da Gustav Luthardt bereits 2015 die Ehrenmedaille des Landkreises erhalten hat, sollte nunmehr ebenso seine Ehefrau Renate in dieser Form ausgezeichnet werden.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurde Frau Luthardt sowohl von der Bürgermeisterin der Gemeinde Frankenblick, Frau Ute Müller-Gothe, als auch von der CDU-Kreistagsfraktion.

Lore Mikolajczyk aus Lauscha

Als eine der prägenden Figuren der Arbeiterwohlfahrt in Thüringen hat sich Lore Mikolajczyk vor allem in unserem Kreisgebiet in den vergangenen Jahrzehnten verdient gemacht. Bereits die Gründung der AWO im Jahr 1990 war in unserer Region vor allem durch sie geprägt. Seit nunmehr über 30 Jahren steht sie der Arbeiterwohlfahrt im Kreis Sonneberg vor, dabei von 1992 bis 1994 als Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Neuhaus, nach der Gebietsreform 1994 als Kreisvorsitzende des Kreisverbandes Sonneberg.

Die Entwicklung des Mitgliederverbandes hin zu einem der wichtigsten Partner und einer tragenden Säule im sozialen Bereich ist vor allem ihr zu verdanken.

Mittlerweile betreibt die AWO insgesamt verschiedenste Einrichtungen verteilt auf das gesamte Kreisgebiet und bietet verschiedene Dienstleistungen an. Dies sind zahlreiche Kindergärten, Seniorenwohnanlagen und Senioren WG‘s sowie Pflegeheime, Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, Ergo- und Physiotherapien, eine Mutter-Kind-Klinik sowie Beratungsangebote für Familien oder Migranten. All dies ist wesentlich ihrem ehrenamtlichen Engagement zu verdanken. Doch nicht nur der Kreisverband lag und liegt ihr am Herzen. So ist sie auch Vorsitzende des Ortsvereines der AWO in Lauscha seit dessen Gründung im Jahr 1990. Auch in Landesgremien, wie dem Landesvorstand der AWO in Thüringen vertrat sie stets die Interessen unseres Heimatlandkreises.

Weiterhin war und ist sie auch kommunalpolitisch sehr aktiv, so als Mitglied des Kreistages Neuhaus, später des Landkreises Sonneberg und als Stadträtin der Stadt Lauscha.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurde Frau Mikolajczyk von der Kreistagsfraktion Die Linke / Grüne.

Karl Stein und Günther Zimny, beide aus Sonneberg

Ehrenmedaille für Günther Zimny

Karl Stein und Günther Zimny engagieren sich seit Jahrzehnten im Bund der Vertriebenen im Landkreis Sonneberg. Die beiden Sonneberger sind in Ostpreußen geboren und mussten ihre Heimat infolge des Zweiten Weltkrieges verlassen. Millionen Menschen litten vor und nach 1945 unter Flucht und Vertreibung. 

Ehrenmedaille für Günther Zimny

Der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung ist ein in Deutschland ab dem Jahre 2015 jährlich am 20. Juni zeitgleich mit dem Weltflüchtlingstag stattfindender Gedenktag. An dem Tag wird der weltweiten Opfer von Flucht und Vertreibung und insbesondere der deutschen Vertriebenen gedacht. Herr Stein und Herr Zimny organisieren seither auch eine jährliche Gedenkveranstaltung in unserem Heimatlandkreis, um so vor Ort an Vertreibung und Flucht zu erinnern.

Seit vielen Jahren schon engagieren sich Herr Zimny und Herr Stein auch für die Bildungsarbeit an unseren Schulen. Andere an ihrer persönlichen Geschichte teilhaben zu lassen und besonders Schülerinnen und Schüler damit zum Nachdenken anzuregen, ist ihnen ein wichtiges Anliegen. Herr Stein und Herr Zimny haben sich somit verdient gemacht für den Landkreis Sonneberg und leisten mit ihrer Aufklärungsarbeit wider das Vergessen eine wichtige geschichtliche Arbeit in unserem Heimatlandkreis.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurden Herr Stein und Herr Zimny von der CDU-Kreistagsfraktion.

Franz Leipold aus Sonneberg

Franz Leipold lernte, arbeitete und studierte nach seiner Steinacher Schulzeit im Postdienst des Post- und Fernmeldeamtes Sonneberg, welches die damaligen Landkreise Sonneberg und Neuhaus mit Sendungen der Post versorgte. Nach mehreren verantwortungsvollen Tätigkeiten wurde er zum Stellvertreter Postdienst berufen. Damit war er verantwortlich für die Organisation des Postdienstes, von der Brief- und Zeitungszustellung bis hin zum Paketversand und dem postalischen Geldtransfer im Bereich Sonneberg und Neuhaus bis 1990. Seine Arbeit war durch verantwortungsvolles und kollegiales Verhältnis zu seinen Mitarbeitern geprägt.

Mit der Auflösung des Post- und Fernmeldeamtes Sonneberg nach 1990 behielt er vom Postamt Suhl aus stets engen Kontakt zu seinen ehemaligen Mitarbeitern. Ihm war es deshalb Ehre und Verpflichtung zugleich, nach Eintritt in den Ruhestand ab 2007 die Veteranen und ehemaligen Kollegen des örtlichen Post- und Fernmeldewesens weiter zu betreuen. Er und zwei Mitarbeiterinnen stellten sich gerne als Ansprechpartner für die Belange der Veteranen im ehemaligen Post- und Fernmeldedienst zu Verfügung. Kein Geburtstag oder Jubiläum von Veteranen wird vergessen.

Franz Leipold ist stets präsent zur Überreichung von Glückwünschen, oder, wenn erforderlich, Trost für Hinterbliebene auszusprechen. Auch monatliche Zusammenkünfte der Veteranen, von Franz Leipold initiiert, prägen den Zusammenhalt ehemaliger Kolleginnen und Kollegen. Jährliche Veranstaltungen mit allen Veteranen des Post- und Fernmeldedienstes von Sonneberg und Neuhaus gehören zur Selbstverständlichkeit.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurde Herr Leipold von der Kreistagsfraktion Die Linke / Grüne.

Henry Schwarzer aus Sonneberg

Henry Schwarzer war von 2003 bis 2022 Kreisjugendfeuerwehrwart im Landkreis Sonneberg. Er zeichnete sich in dieser wichtigen Funktion über zwei Jahrzehnte hinweg durch sehr hohen persönlichen Einsatz aus und unterstützte so maßgeblich die Nachwuchsförderung unseres Feuerwehrwesens. Mit unermüdlichem Fleiß organisierte er viele Veranstaltungen und Wettkämpfe und vertrat die Interessen der Jugendfeuerwehr in der Region sowie auch überregional. Beispielhaft sei hier auf den jährlichen Kreisjugendfeuerwehrtag oder auf die beliebte Sternfahrt der Jugendfeuerwehren verwiesen. Auch setzte er sich erfolgreich dafür ein, dass die Ausstattung der Jugendarbeit im Feuerwehrbereich deutlich verbessert wurde – darunter zum Beispiel in Form eines Kleinbusses sowie in Form von Laptops für die Jugendfeuerwehrwarte.

Den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Sonneberg und ihren Jugendfeuerwehrwarten sowie auch dem Landratsamt, der Kreisbrandinspektion, dem Kreisfeuerwehrverband und den kreisangehörigen Kommunen war Henry Schwarzer stets ein wertvoller und verlässlicher Partner. Mit beispielhaftem ehrenamtlichem Engagement hat er das Feuerwehrwesen im Jugendbereich nachhaltig geprägt und viel Positives bewirkt.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurde Herr Schwarzer in Vertretung des Landrates vom Hauptamtlichen Beigeordneten des Landkreises Sonneberg, Jürgen Köpper.

Andreas Girbardt aus Goldisthal

Andreas Girbardt war von 1996 bis 2022 Bürgermeister der Gemeinde Goldisthal. In dieser Funktion – die er im Ehrenamt mit großem persönlichem Einsatz ausgefüllt hat – konnte er für seinen Heimatort sehr viel Gutes erreichen.

Gemeinsam mit dem Gemeinderat ist es ihm mit viel Fleiß und Weitsicht gelungen, dass sich unser Goldisthal zu einer höchst attraktiven und lebenswerten Gemeinde entwickelt hat. Seine Tätigkeitsschwerpunkte reichten hier von der Verschönerung des Ortes, der Ausweisung von Neubaugebieten und der Verbesserung der Lebensbedingungen, der Entwicklung und Pflege von Wanderwegen bis hin zur Förderung von Wirtschaft, Tourismus und Kultur in Goldisthal. Aktiv begleitete er insbesondere den Bau und die Inbetriebnahme des Pumpspeicherwerks. Und auch die Errichtung des Kulturhauses und des Haus der Natur als kulturelle Aushängeschilder von Goldisthal tragen maßgeblich seine Handschrift.

Andreas Girbardt war für seine Bürger und Gewerbetreibenden immer ein engagierter Kümmerer vor Ort. Eine enge Zusammenarbeit pflegte er auch mit dem Gemeinderat, der erfüllenden Stadt Neuhaus am Rennweg und mit dem Landkreis Sonneberg. Über 26 Jahre hinweg hat er sich mit viel Herzblut und Engagement für seinen Heimatort eingesetzt.

Zur Ehrung vorgeschlagen wurde Herr Girbardt in Vertretung des Landrates vom Hauptamtlichen Beigeordneten des Landkreises Sonneberg, Jürgen Köpper.

Zum Hintergrund

Die Ehrenmedaille des Landkreises Sonneberg wird seit 2007 auf Grundlage einer Kreisrichtlinie an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise auf kulturellem, sozialem, pädagogischem oder sportlichem Gebiet für das Allgemeinwohl eingesetzt haben. Vorschlagsberechtigt sind die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der kreisangehörigen Städte und Gemeinden, die Fraktionen bzw. Fraktionsgemeinschaften des Kreistages sowie der Landrat. Über die Vergabe entscheidet der Kreisausschuss des Kreistages Sonneberg per Beschluss. Die Ehrenmedaille besteht aus Feinsilber und wird dem Landkreis dankenswerter Weise mit Unterstützung der Sparkasse Sonneberg zur Verfügung gestellt.