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Gelungene Großübung an der ICE-Neubaustrecke

Wenige Monate vor Inbetriebnahme der ICE-Neubaustrecke Erfurt-Nürnberg wurde das zugrundeliegende Rettungskonzept erfolgreich für den Ernstfall erprobt. In Fortführung der beiden Stationsausbildungen des Frühjahrs fand am 22. Juli im Bereich des Tunnel Bleßberg bei Neundorf eine erste Großübung unter realen Bedingungen statt.

Unter Federführung des Landkreises Sonneberg nahmen an der größten Übung Thüringens 748 Mitwirkende aus Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften teil. Die roten und weißen Einheiten kamen dabei planmäßig aus den Landkreisen Sonneberg, Hildburghausen, Coburg, Lichtenfels, Saalfeld-Rudolstadt, Ilmkreis und Gotha sowie aus den Städten Suhl und Erfurt. Hinzu kamen zahlreiche Beobachter und Gäste von Seiten des Thüringer Innenministeriums, der Landesverwaltungsamtes, der Regierung Oberfranken und der Deutschen Bahn. Die Gesamteinsatzleitung oblag dem Sonneberger Kreisbrandinspektor Mathias Nüchterlein, dessen Stab der Technischen Einsatzleitung von der Feuerwache Neuhaus am Rennweg aus alle Einheiten koordinierte.

ICE brannte im Tunnel Bleßberg

Das Übungsszenario sah vor, dass ein mit mehreren Dutzend Personen besetzter ICE auf der Fahrt von Nürnberg nach Erfurt im 8,3 Kilometer langen Tunnel Bleßberg havariert. Durch den Einsatz von Nebelmaschinen wurde zudem der Brand des ICE und eine folglich starke Rauchentwicklung im Tunnel simuliert. Durch die Havarie konnten sich nicht alle Reisenden selbstständig in Sicherheit bringen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

Entsprechend des Rettungskonzeptes wurden daraufhin Rettungskräfte, Landes- sowie Bundespolizei und das DB Notfallmanagement alarmiert. Infolge wurden die Tunnelbasiseinheiten der Feuerwehr sowie die zuständigen Sanitätseinheiten in Marsch gesetzt. Sie besetzten alle Notausgänge sowie das Nord- und Südportal des Tunnel Bleßberg und begannen mit der Personensuche. Zeitgleich rückten die Löschtrupps zum brennenden Zug vor und die Such- und Rettungstrupps retteten Menschen. Eine Betreuungsstelle für die Zuginsassen wurde in der Meng-Hämm-Arena in Mengersgereuth-Hämmern als fiktives Krankenhaus eingerichtet. Andere, für die Kräftenachführung vorgesehene Einheiten fuhren zudem festgelegte Bereitstellungsräume in Schalkau und Katzhütte an. Darüber hinaus wurde auch der Katastrophenschutzstab des Landkreises Sonneberg mit der Landrätin Christine Zitzmann an der Spitze einberufen.

 

Als Statisten wirkten 35 Bundespolizisten und Bahnmitarbeiter mit. Einige von ihnen irrten panisch durch den Tunnel und mussten gefunden werden. Andere wiesen verschiedene Verletzungsbilder auf – von Brüchen bis hin zu Rauchvergiftungen. Nach dem Löschen des Zugbrandes galt es, sie zügig zu retten und zu versorgen. Alle Zuginsassen wurden gefunden und zu den Rettungsplätzen oberhalb des Tunnels zur weiteren Versorgung gebracht.

 

Guter Gesamteindruck

Ein erstes positives Fazit zog nach dem gut vierstündigen Einsatz daher Marc Stielow, Referent für Brandschutz im Thüringer Innenministerium und einer der geistigen Väter des Rettungskonzeptes entlang der ICE-Trasse: „Auch wenn Kleinigkeiten verbesserungswürdig sind, ist es gut zu sehen, dass das, was gemeinsam am Schreibtisch erarbeitet wurde, praxistauglich ist.“ Auch Uwe Scheler, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzes im Landratsamt Sonneberg, freute sich über das gelungene Zusammenspiel überörtlicher Einheiten bei der gemeinsamen Gefahrenabwehr. „Die Großübung war eine erste Nagelprobe für die jahrelange Vorbereitung und ein Praxistest für unser Rettungskonzept. Wir wollten schauen, was funktioniert und wo wir nachjustieren müssen. Von zentraler Bedeutung waren hierbei vor allem die Kommunikation und die Koordinierung der länderübergreifenden Kräfte.“ Eine detaillierte Nachbesprechung soll in den kommenden Wochen folgen.

Die Neubautrasse

Das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit (VDE) Nr. 8 umfasst die Aus- und Neubaustrecke zwischen Nürnberg–Erfurt–Leipzig/Halle und Berlin. Finanziert wird es vom Bund, der Europäischen Union und der Bahn. Die Investition beträgt etwa zehn Milliarden Euro. Die neue Bahn-Verbindung ermöglicht nach Fertigstellung eine Reisezeit von München nach Berlin in etwa vier Stunden und bietet eine umweltfreundliche Trasse für den Güterverkehr. Mit der Fertigstellung der 107 Kilometer langen Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt ist die Verbindung Ende 2017 komplett betriebsbereit. Die Trasse mitten durch den Thüringer Wald war eine ingenieurtechnische Herausforderung. So führt die Neubaustrecke fast zur Hälfte durch Tunnel oder über Talbrücken. Insgesamt mussten 29 Brücken errichtet und 22 Tunnel gebohrt werden. Mehr unter www.vde8.de.

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