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Bildungskonferenz legte Fokus auf MINT-Bereich

Am 25. November 2017 fand im Rahmen des ESF-geförderten Bundesprojekts „Bildung integriert“ die 1. Bildungskonferenz des Landkreises Sonneberg statt. Hauptthema der vom Projektteam des Schulverwaltungsamtes organisierten Tagung in der Staatlichen Berufsbildenden Schule Sonneberg (SBBS) war die Förderung des MINT-Bereichs, sprich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

Eingeladen waren unter anderem Schulleiter, Lehrer, Schüler, Kindergartenleiter und –träger sowie weitere Vertreter aus Bildung, Wissenschaft und Kultur. Zudem war die Konferenz für interessierte Bürgerinnen und Bürger öffentlich. Gut vier Dutzend Gäste folgten der Einladung. Als Gast aus dem Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport konnte Jörg Triebel begrüßt werden.

 

Der Eröffnung durch Landrätin Christine Zitzmann folgte ein Einführungsvortrag zum Thema durch die Projektleiterin von „Bildung integriert“, Manuela Müller. Anschließend führte man die Teilnehmer durch das im Mai 2017 eröffnete FabLab der SBBS. Die offene Werkstatt zum Erforschen moderner Produktionsverfahren ist eine wichtige Servicestelle zur Förderung des MINT-Bereichs in der Region.

 

Im Anschluss daran gab es insgesamt acht Impulsreferate aus unterschiedlichen Bereichen zu MINT-relevanten Themen. Dr. Petra Kukuk, Abteilungsleiterin für den Bereich Aus- und Weiterbildung der Industrie- und Handelskammer Südthüringen, stellte als Auftakt die am häufigsten vertretenen MINT-Berufe des Landkreises vor und verwies in ihrem Beitrag zusätzlich auf einen drohenden Fachkräfteengpass in der stark Industrie-geprägten Wirtschaftsregion zwischen Sonneberg und Neuhaus am Rennweg.

 

Sabine Schindhelm, betriebswirtschaftliche Beraterin für die Außenstelle Sonneberg der Handwerkskammer Südthüringen, ließ in ihrem Vortrag ebenfalls anklingen, dass es auch im Handwerk immer weniger Auszubildende gibt. Sie verwies auf die vor Ort bestehenden Aufstiegsmöglichkeiten. Jedem, der eine handwerkliche Ausbildung absolviert, stünden vielfältige und gute Karriereperspektiven offen. Gerade die deutsche Berufsausbildung sei international sehr geachtet. Dies müsse besser kommuniziert werden.

 

Angelika Knötig, Teamleiterin der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Suhl, stieg ebenfalls ein mit einem Überblick der Top Ten-Berufe in Südwestthüringen. So mischen sich unter anderem mit Mechaniker und Mechatroniker erneut MINT-Berufe in den Ausbildungsmarkt im Landkreis Sonneberg. Auch ging sie darauf ein, dass Berufsorientierung ein gesetzlicher Auftrag ist. Neben Berufsmessen sei die Agentur für Arbeit daher auch in den Schulen vertreten, um hinsichtlich der Berufswahl zu sensibilisieren und passende Hilfestellungen anzubieten.

 

Barbara Wronka und Gabriele Oeler von den Stadtbibliotheken Sonneberg und Neuhaus am Rennweg informierten über die Möglichkeiten, die ihre Einrichtungen im Landkreis bieten. Die angebotene Literatur bleibt auch innerhalb der Ausbildung wichtig, da dezidiert Fachliteratur bereitgestellt werden kann. Neu im Landkreis Sonneberg sei zudem die sogenannte „Onleihe“ durch Thuebibnet, die eine 24-Stunden-Medienleihe ermöglicht.

 

Zur Freude der Organisatoren präsentierte sich das Gymnasium Neuhaus am Rennweg in einem Beitrag zur MINT-Förderung im Gesamtzusammenhang des systematischen Schulentwicklungsprozesses als Medienschule. Hierzu sprachen Schulleiterin Bärbel Geyer, Oberstufenleiter Gerhard Zinn und Florian Resch, Schüler der Klasse 9c. So erfolgt die MINT-Förderung unter anderem im Kerngeschäft Unterricht, indem die Schüler insbesondere durch projektorientierte Arbeit gefordert und gefördert werden. Ein Alleinstellungsmerkmal des Gymnasiums Neuhaus sei zudem, dass in den Klassenstufen 9 bis 12 in Mathematik als Computer-Algebrasystem mit der open-source-Software „GeoGebra“ am PC und Netbooks gearbeitet wird. Außerunterrichtliche MINT-Bausteine seien zudem im Ganztag zu finden, so in Arbeitsgemeinschaften. Neu am Gymnasium Neuhaus ist außerdem eine MINT-Werkstatt als freiwilliges Angebot. Eine erste derartige Werkstatt wurde erfolgreich durch den Diplom-Ingenieur Toralf Schumann geleitet, der es sich nicht nehmen ließ, bei der Bildungskonferenz als Gast mitzureden. Weitere MINT-Werkstätten sollen folgen. Wie Florian Resch deutlich machte, stehen die Neuhäuser Gymnasiasten dem zukunftsorientierten Thema MINT positiv und wissbegierig gegenüber.

 

Rick Träger, Mitarbeiter der EDV der Stadtverwaltung Sonneberg, hielt einen Redebeitrag zum dualen Studium und dem Berufsfeld des Informatikers. Er selbst absolvierte ein duales Studium in Informations- und Kommunikationstechnologien an der Dualen Hochschule Gera-Eisenach mit dem Praxispartner Bürotechnik Wittmann Oberlind. Zur Bildungskonferenz gab er einen Einblick in die Struktur und Schwerpunkte des MINT-relevanten Studiums und zeigte viele Möglichkeiten in der Wahl eines Praxispartners in der Region Sonneberg auf. So sei noch zu wenig bekannt, dass sich viele Unternehmen und Betriebe im Landkreis durchaus bereit erklären als Praxispartner für ein duales Studium zu agieren.

 

Jürgen Jakob, Ausbildungsleiter für Elektrotechnik und Mechatronik des Zweckverbandes Sonneberger Ausbildungszentrum (SAZ) hielt einen Vortrag zur Ausbildung und dem Berufsbild des Mechatronikers. Die Ausbildung erstreckt sich auf ein praxisnahes Lernen in Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen und bietet so ein ideales Gleichgewicht zwischen der Vermittlung notwendigen theoretischen Wissens für den späteren Beruf und der praktischen Anwendung dessen.

 

Dr. Peter Kroll, Geschäftsführer der 4pi Systeme GmbH und Vorsitzender des Astronomiemuseum e.V. leistete abschließend mit seinem Impulsvortrag „Mit MINT zu den Sternen“ einen Einblick in die Arbeit der Sternwarte und des Museums. Eindringlich sprach auch er sich für eine stärkere Einbeziehung des MINT-Bereichs im Schulunterricht und in dessen praxisnaher Gestaltung aus. Schülerinnen und Schüler zeigten seiner Meinung nach sehr wohl Interesse an Mathematik und naturwissenschaftlichem Unterricht. Allerdings sei es eine Frage der Vermittlung an den Schulen, um eine Begeisterung der Schüler für MINT zu wecken.

 

Bilanzierend bleibt festzuhalten, dass die 1. Bildungskonferenz des Landkreises Sonneberg das Thema MINT weiter in die Öffentlichkeit getragen hat. Leider nahmen deutlich weniger Bildungs-Praktiker teil, als erhofft. Insofern gilt es die geschaffene Grundlage auszubauen. Deshalb wird die zweite Bildungskonferenz, die im kommenden Jahr stattfinden soll, in einem anderen Format verlaufen und hoffentlich mehr Interesse wecken.

 

Mehr unter www.kreis-sonneberg.de/bundesprogramme/bildung-integriert.

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